Die Geschichte unseres Chores

Unser Chor
Eine der ersten Chorgründungen im Duisburger Raum war die Gründung des Männergesangverein ”Erholung” Huckingen im Jahre 1866. So fanden sich im Jahre 1866 achtzehn sangesfrohe junge Männer zusammen und gründeten den Gesangverein. Zu dieser Zeit war Huckingen eine kleine, rein katholische Landgemeinde mit ca. 800 Einwohnern und gehörte zur Bürgermeisterei Angermund. Erst später, im Jahre 1929, wurde Huckingen nach Duisburg eingemeindet.
Die Bevölkerung bestand in der Mehrzahl aus Bauern und Handwerkern. Typisch für Huckingen waren die kleinen weißgestrichenen Häuser mit einem großen Hausgarten zur Selbstversorgung. Industriesiedlungen gab es noch nicht, lediglich einige Ziegeleien und Schnittmühlen. Es wurde noch 12 – 14 Stunden am Tage gearbeitet und ein Jahresurlaub war völlig unbekannt.
Um so verständlicher war der Wunsch der schwer arbeitenden Bevölkerung, sich in der wenigen Freizeit kulturell zu bestätigen und die Geselligkeit zu pflegen. 1867 wurden die Statuten festgelegt, die man peinlich genau einhielt. Der damalige Hauptlehrer der kleinen Huckinger Schule, Peter Neu, übernahm die musikalische Ausbildung des jungen Chores.
Das erste öffentliche Konzert wurde 1868 zu Gunsten der durch einen Brand schwer geschädigten Eheleute Michael von der Warth.

Pfingstmontag 1874 erfolgte die feierliche Einweihung der Vereinsfahne, die leider während des letzten Krieges verschollen ist. Zur Pflege der Geselligkeit wurden in jeden Jahr Stiftungsfeste, Konzerte und ein Ball gefeiert und ein bis zweimal im Jahr wurde Theater gespielt. Die Überschüsse dieser Veranstaltungen wurden gemeinnützigen Zwecken zugeführt. So ist es erwähnenswert, dass diese Überschüsse jährlich, von 1877 bis 1899, für den Neubau der kath. Kirche für Kirchenfenster und für die Orgel gespendet wurden.
Seit 1891 war die Gaststätte Wintersig Vereinslokal und bis zum Jahre 1899 fanden alle Konzerte und Theateraufführungen im Saale Wintersig statt (bekannt als Filmklause, weil der Saal zum Kino umgebaut wurde). Der ganze Komplex wurde abgerissen.
1892 bildete sich aus den Reihen der Erholung der 1. Huckinger Kirchenchor und gab sich den Namen "Cäcilia". Im Jahre 1913 veranstalteten die Erholung, der Kirchenchor Cäcilia und ein Damenchor (Ehefrauen der Sänger) ein Gemeinschaftskonzert zur Grundsteinlegung des Sankt Anna Krankenhauses. Zwischen 1914 und 1921 wurden trotz des Krieges zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte mit Unterstützung des Kirchenchores Cäcilia geben. Den Reinerlös spendete man für Frontsoldaten oder für das Krankenhaus und das Rote Kreuz.

Der Wiederaufbau

Die Nachkriegszeit mit ihren traurigen Folgen, die Inflation und die Freiheitsbeschränkungen seitens der Besatzung brachten den Verein einen schweren Rückschlag und verurteilten ihn zu völliger Passivität. Vom 01.bis 03.Mai 1926 wurde das 60-jährige Bestehen und das 50. Jubiläum, dass durch Krieg entfallen musste, zusammen gefeiert. Zur Erinnerung an dieses Doppeljubiläum wurde ein Vereinsbild mit der stattlichen Zahl von 99 Sängern aufgenommen.
Im Oktober 1933 wählte die Erholung Fritz Laufenburg aus Duisburg zu neuen musikalischen Leiter. Unter Laufenburg – der 39 Jahre den Chor leitete – erreichte der Verein seinen musikalischen Höhepunkt. Unter anderem trat der MGV den Laufenburgschen Chören bei.
Der 2. Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen. Die wenigen Sänger die nicht Soldat wurden hielten zusammen. Dem Sänger Heinrich Glenewinkel gelang es im Herbst 1945 bei der englischen Besatzungsbehörde in Benrath, als erster Gesangverein in Duisburg mit der Lizenz Nr. 1 eine Genehmigung zum Singen zu erhalten. Schon im Februar 1946 fand ein Gemeinschaftskonzert der Laufenburgschen Chöre im Huckinger Kino statt. Zu diesem Zeitpunkt hat der Chor bereits wieder um die 90 Sänger.
In den weiteren Jahren konnte ein Stand zwischen 90 und 60 Sängern gehalten werden.
Im Jahre 1966 feierte der MGV sein 100-jähriges Bestehen mit der Verleihung der Zelterplakete.
Die Tätigkeit von Fritz Laufenburg als Chorleiter ging 1971 zu Ende. Am 19.12.1971 sang die Erholung im Huckinger Krankenhaus zum letzten Mal unter dem beliebten Dirigenten. Klaus Muders wurde sein Nachfolger. Leider sollte das Weihnachtskonzert 1977 für ihn das letzte Konzert sein. Eine schwere Krankheit hatte ihn gezeichnet. Am 24 Januar 1978 ist er im Alter von 39 Jahren all zu früh verstorben. Nach Klaus Muders waren für kurze Zeit zwei weitere Chorleiter für den MGV tätig (Hans Börgatz und H.-Josef Roosen). Im Jahre 1982 übernahm Wolfgang Rengier den Chor.
Das 125-jährige Jubiläum feierte der MGV 1991 mit zahlreichen Veranstaltungen. Das große Jubiläumskonzert fand am 20. April statt. Zahlreiche Vereine beteiligten sich an diesem Konzert.
1994 trennte sich der Chor von W. Rengier um mit einem jungen Chorleiter neu zu beginnen. Mit Andreas Rabeneck wurde ein neuer, junger Chorleiter gefunden und die Sängerzahl schnellte in die Höhe. 46 Sänger fanden sich unter seinem Dirigat zusammen.
Zum 130-jährigen Jubiläum unternahm der Verein seine erste Auslandreise nach Prag, die ihn auch in die Städte Dresden und Weimar führte. Weitere Reisen führten zum Gardasee und in die Toscana. Der Höhepunkt dieser Reisen war wohl die Mitgestaltung des Gottesdienstes im Mailänder Dom unter der Leitung von Andreas Rabeneck.
Nach nur fünf Jahren nahm Rabeneck aus beruflichen Gründen Abschied vom MGV. Nach 134 Jahren übernahm mit Inge Schumacher-Jäger erstmalig eine Frau das Dirigat. Unter Ihrer Leitung gab es eine weitere Leistungssteigerung der Erholung. Seit Januar 2009 leitet mit Frau Elana Betsis ein Musikprofi den Chor und verhalf ihm zu neuem Glanz.
Das Vereinsleben wird heute bestimmt von den regelmäßigen Proben im Kultur- und Bürgerzentrum Steinhof Duisburg-Huckingen.
Diverse Auftritte zu öffentlichen Anlässen und Feiern, sowie eigene Konzerte prägen das Chorleben.
Dies kann nur eine kleine Übersicht aus dem Vereinsleben bis in die heutige Zeit sein. Im Jahre 2011 feiert die Erholung ihr 145-jähriges Jubiläum.